Das Kolakomplott

Coca Cola Namen

Der Geheimdienst NSA hat unsere Namen an Coca Cola verraten. Wie sonst kommen sie auf die Flaschen? Aber es kommt noch schlimmer.

Coca Cola Namen
Der vollständige Name zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist ein Traum für jeden Agenten – egal ob Geheimdienst oder Werbung! Big Data ist alles andere als anonym.

Coca Cola macht schon heute süchtig. Glaub mir, ich habe ganze Backenzähne an den Brausekonzern verloren. Das liegt am Zucker. Doch der größte amerikanische Exportschlager nach Freiheit und Demokratie wird in Zukunft erst richtig abhängig machen. Die Firma bedient sich dabei derselben Methoden wie die Firma. Du verstehst schon!

Es geht nicht um Big Data, es geht um Extralarge Data, um XXL-Abhängigkeit. Zunächst solltest du folgendes verstehen: Politik und Werbung bedienen sich der gleichen Methoden, um dir ins Gehirn zu kriechen. Falls dir das nicht neu war, sei wenigstens daran erinnert. Propaganda bleibt ein Thema auf diesen Seiten.

Der große, gemeinsame Traum von Coca Cola und NSA ist jedenfalls, deine nächsten Entscheidungen vorhersagen zu können. Wann kaufst du die nächste Kiste Coke? Wirst du mit einer Ladung Mentos Bomben daraus basteln? Es gibt zweifellos gemeinsame Interessen und das selbe Herangehen an die Daten! Ich habe bei den Professoren Trommsdorff und Drüner studiert. Die haben mir explorative Datenanalyse beigebracht. Das tun sie auch für Unternehmen und Politik, nur mal so nebenbei. Es geht darum, aus einem großen Datenhaufen die richtigen Zusammenhänge herauszufiltern und später den Richtigen zu treffen – mit einer Drohne, einem Wahlversprechen oder einer Coke; das ist den Daten vollkommen schnurz. Damit das in Zukunft leichter wird, hat die NSA Zugriff auf unsere Emails, verhökert Google dein Suchprofil und bekommt Coca Cola deine Adresse vom Einwohnermeldeamt. Legal!

Wir können uns frisch machen!

Wer mir nicht glauben will, dass Coca Cola es auf unsere Privatsphäre abgesehen hat, der sei an Weihnachten erinnert. Die Werbefigur mit dem roten Mantel schleicht sich jedes Jahr in Millionen Wohnzimmer. Sie haben es also schon einmal geschafft. Und es gibt große Pläne im Carbohydrate Valley! Hier ein paar mögliche Taktiken, die du gern mit Phantasie (oder aus Erfahrung) im Kommentarfeld ergänzen kannst. Danke übrigens fürs Lesen und Teilen!

  • Verführung anhand persönlicher Interessen. Coca Cola kann Kampagnen durch einen Datenabgleich mit deiner Amazon-Wunschliste wesentlich interessanter gestalten. Steht dort wie bei mir eine teure Armbanduhr, kann sie unmittelbar als Hauptpreis ausgelobt werden. Gleiches gilt für die Flecken Erde, die sich deinen Trivago-Hotelbuchungen (und -bewertungen) zuordnen lassen. Sowohl weiße, unbereiste Flecken als auch Lieblingshotels kannst du über den QR-Code auf deiner Namensflasche gewinnen! Kein Scheiß! So etwas wird in Agentur-Meetings besprochen.
  • Kaufzwang durch direkte Erpressung! Du erhältst eine Email-Benachrichtigung, sobald das Foto von dir und deiner Affäre auf der Rückseite des Ettiketts zu finden ist. Dir bleiben zwei Stunden, die Europalette aufzukaufen und so Nachbarn und Kollegen am Austrinken zu hindern.
  • Erweiterte Kollaboration mit staatlichen Stellen. Demokratie muss schließlich, so ein Kanzlerinnenwort, marktkonform sein. Der Steuerbescheid im Koladeckel wäre jedenfalls die logische Weiterentwicklung einer früheren Idee mit der Steuererklärung, die scheitern musste, weil keine Win-Win-Situation entstand. Hier profitiert der Staat gleich doppelt. Das Finanzamt spart Porto und kassiert Provision für die erfolgreiche Zustellung des Erfrischungssteuerbescheids.
  • Natürlich wird verstärkter Kolakonsum mit höheren Krankenkassenbeiträgen bestraft.

Anmerkung: Bei der laufenden Kampagne ist NSA und Coca Cola ein Fehler unterlaufen. Mathias mit einem T! Das zweite hab‘ ich gar nicht nötig.

Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.