"Reden Sie nicht!" – So mobben Sie Ihren Pressesprecher richtig

„Herr Offer, Reden Sie nicht“, furzt Bundesfinanzminister Schäuble seinen Sprecher zu Beginn der Pressekonferenz an. Was im Kopierraum vor dieser Szene passiert ist, wir wissen es nicht. Hatte Wolfgang Schäuble das Kopierpapier versteckt? Hatte sich die Praktikantin mit dem UPS-Mann darin eingeschlossen? Aus irgendeinem Grund jedenfalls hatte der fleißige Pressesprecher es nicht geschafft, die Journalisten mit ausreichend Papier zu füttern. Hätte Michael Offer die Ohrfeige runterschlucken können (ich hätte es auch nicht gekonnt), wären wir wohl niemals auf die Aktion aufmerksam geworden. Erst sein Rücktritt tags darauf vermittelt den Bundesfernsehzuschauern drei wesentliche Informationen:

  1. Es hat überhaupt eine Pressekonferenz mit Schäuble stattgefunden.
  2. Sein Pressesprecher heißt/hieß Dingsda Offer, äh Michael.
  3. Der hat keine Lust mehr, sich von Wolfgang gängeln zu lassen.

Jetzt erst wird die Szene im Massenfernsehen gezeigt. Wachgerüttelt stellt der Zuschauer des ZDF-Info-Kanals seinen Mitschnitt bei YouTube rein. Endlich verkaufen die Pressefotografen auch mal ein Bild mit Herrn Offer drauf. Infotainment der Extraklasse. Ich entschuldige mich dafür, dass die 20 minütige Pause herausgeschnitten wurde. Während dieser Zeit soll Schäuble wiederholt aufgetaucht sein mit der Frage „Ja, wo isser denn?“

Falls Sie mal in einer ähnlich misslichen Lage wie Wolfgang Schäuble sind, und in ihrem Pressesprecher nur einen Trottel sehen:

Hier sind die Top 5 Tipps, wie Sie Ihren Pressesprecher noch heute los werden:

  • Fragen Sie nach der Vorstellung des Podiums ihren Sprecher: „Und wer sind Sie bitte?“
  • Streichen Sie Rechtschreibfehler in der Pressemitteilung rot an und entschuldigen Sie sich für Ihren Pressesprecher bei den Medien.
  • Bitten Sie zu Beginn der Pressekonferenz ihren Sprecher, seinen versauten oder rassistischen Witz von eben noch einmal zu wiederholen.
  • Pieksen sie ihn während der Pressekonferenz mit einem Zirkel. Mehrfach!
  • Hängen Sie auf das WC einen Reinigungsplan und tragen den Namen Ihres Pressesprechers ein.

Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, wird Ihr Pressesprecher ganz sicher noch heute gehen.

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Ein Kommentar auf “"Reden Sie nicht!" – So mobben Sie Ihren Pressesprecher richtig

  1. Schäuble war betrunken. Und da ich es auch grade bin, verstehe ich ihn sogar. 😀 Morgen schaue ich mir diesen Kommentar nochmal an und lache ich selbst aus. Sollte er auch. 😉

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