Warum ich Pegida dankbar bin. Abschiedsgedanken.

Pegida schafft sich ab

Ich freue mich, dass es die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gegeben hat, denn wir haben etwas gelernt und ich habe etwas Phänomenales erlebt.

Pegida schafft sich ab
Ein islamkritikerkritischer Autor kündigte bereits diese Veröffentlichung an.

Pegida hatte etwas Gutes. Denn, seit einigen Wochen versachlicht sich die Diskussion spürbar. Ich bekomme Direktnachrichten und sachliche Kommentare von Pegida-Anhängern auf Facebook, sogar Freundschaftsanfragen. Wir reden miteinander. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich auf keine Anti-Pegida-Demonstration gegangen bin.

Wenn einer das Volk spaltet, dann ist es klüger auf die Axt zu schauen und zu fragen, wer sie führt, als sich darunter zu legen.

Auch ohne staatlich organisierte politische Bildung ist ein Dialog in Gang gekommen. Etwas, womit „die da oben“ noch nicht klar kommen. Gerade in den sozialen Netzwerken gibt es ihn mehr und mehr: Dialog auf Augenhöhe. Etwas, das der Politik so fremd ist, wie Babys nass machen im Islam oder Schuheausziehen bei den Christen. Zunehmend erlebe ich Argumente statt Krawall, Fairness statt Prügel, Menschen statt Trolle.

Echauffieren im Chor ist einfach. Nachdenken, die eigene Position hinterfragen, sich mit anderen darüber austauschen, die eigene Position in Frage stellen – das ist Dialog. Diese Differenziertheit der Meinungen – die Vielfalt – hat Pegida letztlich den Boden entzogen. Gescheitert ist Pegida an dem Versuch, die Welt schwarz-weiß zu malen. Dieses Denken ist so Dreißiger! Es geht eben nicht, GEZ und Islam auf einmal abzuschaffen. Wobei ich fast glaube, es schleicht sich eher Allah davon, als der Rundfunkgebühreneintreiber. Nun ja. 

Wieso ich bereits in der Vergangenheitsform von Pegida spreche?

Weil sie keine Chance haben wird, wieder auf die Titelseiten zu kommen, es sei denn, es wird kriminell. Der Schreck über den Spuk vorm Opernhaus ist verflogen.

Zweimal gruselt man sich nicht in der selben Geisterbahn!

Die Art, wie sich Pegida selbst zerlegt, sagt viel über die „Bewegung“, die letztlich nur aus einer Hand voll Rattenfängern und viel zu vielen – nun ja – Menschen bestand, die nach ihrer Pfeife tanzten.

Bei Reste-Pegida wird weiter zurück und nachgetreten. Oertel gegen Bachmann, alle gegen jeden und jeder für sich. Kathrin Oertel, die Gesicht gewordene Verknöcherung des Denkens, wirft am 28. Januar 2015 das Handtuch und gibt ihre selbst ernannten Ämter auf. Allerdings, nicht ohne sich dem MDR noch einmal als Opfer und Unschuld vom Lande zu präsentieren. Sie fürchte um öffentliche Aufträge, wird die vorgeblich selbständige „Wirtschaftsberaterin“ zitiert. Frau Oertel, geborene Spevacek (man beachte den Migrationshintergrund!), das ist ganz einfach:

Wenn man gegen die Abholzung des Regenwaldes demonstriert, bekommt man keine Aufträge vom brasilianischen Holzfällerverband mehr! So ist das eben.

Bachmann-Fans und Oertel-Versteher, Pegida-Nachgerannte, haben jetzt Gelegenheit nachzudenken. Berechtigte Forderungen nach mehr Bürgerbeteiligung in politischen Entscheidungsprozessen, eine konsequente Friedenspolitik, eine Ende des totalen, paranoiden Überwachungsstaates – das sind Themen, die ich in der bunten Menge Pegidasten auch gesehen habe und über die ich weiter sprechen werde. Aber nicht unter einer absurden Überschrift wie der „Islamisierung des Abendlandes“. Hass, Neid und Missgunst sind keine Motive für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie waren die Zutaten der Pegida-Bewegung, und das Gute ist – 70 Jahre nach Auschwitz – sie schmecken nur wenigen! Ein Dresdner Weihnachtsstollen hält länger als Pegida und jeder Dresdner wird anerkennen, dass selbst dieses Gebäck ohne morgenländische Zutaten fad schmecken würde – genau wie unser Land.

Es waren ganz normale Bürger, die in den sozialen Netzwerken und auf der Straße ihrer berechtigten Sorge Ausdruck gegeben haben, dass diese „Bewegung“ dem Land schaden, das Zusammenleben von Menschen in Deutschland gefährden könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte sich da raushalten sollen. Fernsehmoderator Günther Jauch auch.

Die gezielte Angstlähmung des Abendlandes ist gescheitert.

Die meisten Menschen haben andere Sorgen, als Angst vor Fremden. Sie sind in der Lage, ihr mulmiges Gefühl in der Straßenbahn zu überprüfen, tief Luft zu holen und sich neben die Frau mit Kopftuch zu setzen. Je suis humain! Es ist die Angst vor dem oder den Unbekannten, die jeder kennt. Diese Angst verschwindet, wenn wir neugierig sind.

Veränderung ist keine Bedrohung, sie ist das Einzige, was immer bleibt: Die Welt ändert sich, der Mensch auch. Religionen und ihre Bedeutung nehmen schon lange ab. Und das ist gut so. Schwule heiraten und der Muselman isst Bratwurst. C’est la vie, Charlie!

Europa braucht jetzt Patrioten des Friedens und den Glauben an Menschlichkeit. Er steht über jeder Religion und welchem Gott auch immer. Der Mensch ist groß!

2 Kommentare auf “Warum ich Pegida dankbar bin. Abschiedsgedanken.

  1. Es geht nicht um Angst vor dem Unbekannten, sondern vor dem Bekannten. Man will nicht, dass im Osten Zustände wie in westdeutschen Großstädten herrschen. Hass, Neid und Missgunst war eher auf der Seite der Anti-Pegida-Demonstranten und Politiker zu finden.

    • Danke für deinen Kommentar. In der Tat hatte ich für die Antidemos ebenso wenig übrig. Hass ist in der Tat kein guter Begleiter.

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